Wilhelm von Humboldt:
Online-Edition der sprachwissenschaftlichen Korrespondenz

Die digitale Edition von Wilhelm von Humboldts sprachwissenschaftlicher Korrespondenz geht hervor aus dem Projekt „Wilhelm von Humboldt: Schriften zur Sprachwissenschaft“, das von 2004 bis Anfang 2018 von der DFG gefördert wurde. Die „Schriften zur Sprachwissenschaft“ dokumentieren Humboldts Forschungen zu einer Vielzahl von Sprachen der Welt in der für ihn charakteristischen Verbindung von Empirie und Theorie. Schwerpunkte seiner Arbeiten waren das Baskische, die amerikanischen Sprachen, Griechisch, Sanskrit, Altägyptisch, Chinesisch und die austronesischen Sprachen, hier vor allem Kawi (Altjavanisch).

Das „Vergleichende Sprachstudium“, wie Humboldt sein Vorhaben einer strukturellen Beschreibung aller Sprachen der Menschheit nennt, ist ohne den Austausch mit Gelehrten und Diplomaten in der ganzen Welt nicht denkbar. Humboldts Korrespondenz zu sprachwissenschaftlichen Fragen ist daher ein einmaliges Dokument des Entstehens einer Linguistik, die sich gerade durch ihr globale Vernetzung von der traditionellen historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft abhebt. Sie ist integraler Bestandteil der revolutionär neuen Linguistik, die Humboldt begründet. Der Austausch mit seinen Briefpartnern diente Humboldt der Materialbeschaffung und der Diskussion linguistischer Probleme der untersuchten Sprachen.

Bisher sind ca. 550 Briefe in deutscher, französischer, englischer und spanischer Sprache veröffentlicht, davon etwa 280 Briefe erstmals nach den im Nachlass in Berlin und Krakau erhaltenen Handschriften. Das Editionsvorhaben erfasst nun weitere ca. 500 Briefe. Mit den Briefen und Briefentwürfen Humboldts werden auch die Antworten seiner Briefpartner publiziert. Neben dem kritisch edierten Text der Briefe wird eine Leseversion angeboten, und, wo immer dies möglich ist, werden die Faksimiles der Handschriften präsentiert. Die Datenbank versteht sich als work in progress, d. h. weitere Briefe und Faksimiles sowie Kommentierungen werden kontinuierlich hinzugefügt.

Das seit dem 1. September 2018 von der Fritz-Thyssen-Stiftung geförderte Vorhaben ist Teil des „Zentrums Preußen – Berlin“ der Akademie.