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  3. Nr. 253

Franz Bopp an Wilhelm von Humboldt, 02.04.1823

|5r| Ew Excellenz

habe ich die Ehre, in Betreff der in Ihrem gnädigen Zuschreiben vom 30ten berührten Punkte, zu bemerken:

 Sankskrit {ātyantika} ist durch das < Taddhita> Suffix  Sankskrit {ika} aus  Sankskrit {ātyanta} gebildet und  Sankskrit {ika} erfodert Vriddhi des ersten Vocals des Primitivs ( Wilkins S. 504).

 Sankskrit {saṃjñita} kann nur von  Sankskrit {jñā} kommen und ist nach Analogie von  Sankskrit {sthita} aus  Sankskrit {sthā} gebildet, allein  Sankskrit {jñā} bildet auch  Sankskrit {jñāta}, wie viele andre Wurzeln  Sankskrit {ta} mit oder ohne Bindevocal  Sankskrit {i} der Wurzel anschließen. Vor dem Bindevocal |5v|  Sankskrit {i} fällt das wurzelhafte  Sankskrit {ā} ab. –  Sankskrit {aparigraha} könnte wohl insofern bedeuten „der nichts annimmt“ als das Substantiv  Sankskrit {parigraha} das Annahme bedeuten könnte. Wilson gibt aber diese Bedeutung nicht an. In jedem Falle scheint mir  Sankskrit {aparigraha} nur ein Compos. Bahubrihi seyn zu können. Wahrscheinlich gibt der Commentar des Bhag. der jetzt auf der Bibliothek ist über diesen Ausdruck einigen Aufschluß. – Ich bezweifle nicht daß die Japanische Grammatik bei dem Buchhändler der Asiat. Gesellschaft in Paris zu haben, denn ich erinnere mich gelesen zu haben daß sie auf Kosten der Asiat. Gesellschaft gedruckt <ist>. Ich habe diese Bogen von Klaproth.

Zufolge Ihrer gnädigen Einladung werde ich die Ehre haben Ew Excellenz morgen aufzuwarten.

In tiefster Ehrerbietung
Ew Excellenz
Unterthänig gehorsamster
Bopp
d. 2ten April 1823
Zitierhinweis

Franz Bopp an Wilhelm von Humboldt, 02.04.1823. In: Wilhelm von Humboldt: Online-Edition der Sprachwissenschaftlichen Korrespondenz. Berlin. Version vom 31.08.2020. URL: https://wvh-briefe.bbaw.de/253

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