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Alexander von Humboldt an Wilhelm von Humboldt, vor dem 15. April 1833

|10v| Vielen Dank für den Meinicke den ich gern und ohne Vorurtheil lesen werde. Der Mensch hatte im Umgang etwas sehr absprechend-eitles, doch habe eine sehr gute Meinung von ihm. Ich habe alles nachgesehen und habe nur einen Punct zu berichtigen.

Marco Polo (mich hatte Malte brun irre geführt) nannte Ceylon nicht Serendib, sondern die MSS vor Marco polo haben (Marsden p 622)

Silan, Selan, Seylam
Nach Ptolem. „war der Name von Taprobane einst (πάλαι) σιμοῦνδου (so lese ich ** lat. VII cap 3, die lat. Uebersezung hat Simondi) jezt νυν σαλίκη.[1]

Serendib haben der Reisende von Renaudot[a] und Abulfeda und Edrisi p 31 wo Sarandib In Hartmann’s Africa p 115 Commentar zu Edrisi wird Herbelot’s und anderer Meinung bestritten daß Saranda od Sarandib nicht Madagascar od. Inseln San Lorenzo sei[b] Ich werde Böckh wegen der Genitivform fragen.[c]

|10r| Je suis pris de nouveau d’une enorme rhume peutetre d’un felon accès de grippe. Je le soignerai et je n’irai pas à Potsdam

Mille tendres choses
Ht
Dimanche

Anmerkungen

  1. 1 |AvH| Viel wunderbares. Plin VI 27 S., 22 hat oppidum Palaesimundum und Marcian. Heracl. p 26 hängt παλαι auch als Name an Insel heißt ihm παλαισιμουνδου Tzschucke im vortreflichen Comment. zu Mela Vol III, P. 3 p. 273 Gieb acht! hier wieder Endung ου als nominativ. Σαλικη ist vielleicht Selike? Dodwell Geogr min. T I p 89 hat 10 Seiten um zu beweisen daß unter so verschiedenen Namen andere Inseln gemeint sind. Mare magnum!.

  1. a |Editor| Eusèbe Renaudot (Hrsg.) (1718): Anciennes Relations des Indes et de la Chine de deux voyageurs mahométans [Aḫbār al-Ṣīn wa-l-Hind] et [Sulaimān et Abū Zaid Ḥasan ibn Yazīd] qui y allèrent dans le neuvième siècle; traduites d'arabe: avec des Remarques sur les principaux endroits de ces relations, Paris: Coignard, S. 3, 15, 102f. [FZ]
  2. b |Editor| Barthélemy d’Herbelot de Molainville (1697): Bibliothèque orientale, ou Dictionnaire universel contenant tout ce qui regarde la connoissance des peuples de l’Orient, Paris: Compagnie des Libraires, S. 806 s.v. Serandah; siehe auch ebenda S. 806f. s.v. Serandib. [FZ]
  3. c |Editor| Siehe Romy Werther (Hrsg.) (2011): Alexander von Humboldt August Böckh Briefwechsel, Berlin: Akademie Verlag, S. 62 Nr. 9 Anm. 4 (= Beiträge zu Alexander-von-Humboldt-Forschung Bd. 33) und die Antwort Böckhs vom 15. April 1833.

Über diesen Brief

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Schreibort
Antwort auf
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Folgebrief
-

Quellen

Handschrift
  • Grundlage der Edition: Ehem. Preußische Staatsbibliothek zu Berlin, gegenwärtig in der Jagiellonen-Bibliothek Krakau, Coll. ling. fol. 53, Bl. 10
Druck
-
Nachweis
  • Mueller-Vollmer 1993, S. 214

In diesem Brief

Werke
Sprachen
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Zitierhinweis

Alexander von Humboldt an Wilhelm von Humboldt, vor dem 15. April 1833. In: Wilhelm von Humboldt: Online-Edition der Sprachwissenschaftlichen Korrespondenz. Berlin. Version vom 31.08.2020. URL: https://wvh-briefe.bbaw.de/322

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