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  3. Nr. 499

Friedrich Wilken an Wilhelm von Humboldt, 15.09.1831

|266r| Ew. Excellenz

erlaube ich mir ganz gehorsamst anzuzeigen, daß des Königs Majestät heute ein Exemplar der Uebersetzung des N. T. in der Sprache von Java als Geschenk an die Königliche Bibliothek haben abgeben lassen. Sollten Ew. Excellenz die Mittheilung dieser Uebersetzung befehlen, so werde ich mit Vergnügen dieselbe Ew. Excellenz übersenden.

Nachträglich zu der Weise der Araber, Jahreszahlen durch Wörter, deren Buchstaben in ihrer numerischen Bedeutung dieselben bezeichnen, auszudrücken, nehme ich mir die Freyheit, Ew. Excellenz folgende Notiz, welches<welche> sich in Lumsden persian grammar T. I. p. 36[a] findet, vorzulegen:

The Hisaube Joommul ( Sankskrit d. i. die Weise die Buchstaben als Zahlenzeichen anzuwenden) is generally used in poetry, to ascertain the date of any particular event; as in the following lines on Aboo Ali Syna or Avicenna, in which the dates of his birth, education and death are commemorated.

 Sankskrit

Der Sinn dieser persischen Verse ist: „Der Inbegriff aller Trefflichkeit Abu Ali Sina kam im Schadscha vom Nichtseyn zum Seyn, im Schafa machte er das Gemeine|?| aller Wissenschaften, und im Tukus sagte er der Welt Lebewohl.“

 Sankskrit (d. i. Unerschrockenheit) bedeutet die Jahreszahl d. H. 373 ( Sankskrit = 300   Sankskrit = 3   Sankskrit = 70),  Sankskrit das Jahr 391
( Sankskrit = 300   Sankskrit = 90   Sankskrit = 1) und  Sankskrit das Jahr 427 ( Sankskrit = 400   Sankskrit = 20   Sankskrit = 7). Die Wurzel  Sankskrit bedeutet im Arabischen: obriguit fixus fuit visus nach Golius. Ein Wort  Sankskrit findet sich weder in Arabischen noch Persischen Wörterbüchern.

Ehrerbietigst beharre ich
Ew. Excellenz
ganz gehorsamster
Fr. Wilken
Berlin d. 15 September 1831.

|266v–267v vacat|

Anmerkungen

    1. a |Editor| Das Zitat findet sich auf S. 38 [!] der Ausgabe von 1810. [FZ]

    Über diesen Brief

    Eigenhändig
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    -

    Quellen

    Handschrift
    • Grundlage der Edition: Ehem. Preußische Staatsbibliothek zu Berlin, gegenwärtig in der Jagiellonen-Bibliothek Krakau, Coll. ling. fol. 53, Bl. 266–267
    Druck
    -
    Nachweis
    • Mueller-Vollmer 1993, S. 226
    Zitierhinweis

    Friedrich Wilken an Wilhelm von Humboldt, 15.09.1831. In: Wilhelm von Humboldt: Online-Edition der Sprachwissenschaftlichen Korrespondenz. Berlin. Version vom 18.10.2021. URL: https://wvh-briefe.bbaw.de/499

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