Wilhelm von Humboldt an Franz Bopp, 07.03.1824 (Mattson)

|1*| Ich kann es mir nicht versagen, Ew. Wohlgebohren meine große Freude über Ihre angefangene Grammatik [a] zu bezeugen. Schon der erste Bogen hat mir ausnehmend gefallen. Obgleich nur von den ersten Elementen darin die Rede ist, zeichnet sich der Vortrag gleich durch Klarheit aus, u. geht, wo es nur die Gelegenheit erlaubt, wie bei dem Punkt der Setzung des anuswara in der Mitte der Wörter, auch tief u. erschöpfend ein. Auch der Druck ist sehr schön. Ich wünsche Ihnen daher mit aller Wahrheit der Anerkennung des Verdienstes, welches Sie Sich dadurch erwerben, Glück zu einem so schönen Beginnen, u. statte Ihnen zugleich meinen wärmsten Dank ab.

Mit der hochachtungsvollsten Freundschaft
der Ihrige,
Humboldt.
7. März, Abends[b].
|2*–3* vacat|

|4*|
An
Herrn Professor Bopp,
Wohlgeboren

Fußnoten

    1. a |Editor| Bopp arbeitete seit Juli 1823 an seiner deutschen Sanskritgrammatik, die 1827 unter dem Titel Ausführliches Lehrgebäude der Sanskrita-Sprache in Berlin erschien. Vgl. S. Lefmann, Franz Bopp, sein Leben und seine Wissenschaft, 1. Hälfte (Berlin 1891), S. 102 mit Anm. 10.
    2. b |Editor| Lefmann 1897 liest "May, Abends [1824]".