Wilhelm von Humboldt an Franz Bopp, 05.03.1829

|1*|Ich benutze Ihre Erlaubniß, liebster Freund, Ihnen ein Stück meiner größeren Arbeit über Sprache zur gütigen Ansicht zu schicken. Es betrift wie a die Sanskritische Formenlehre u. enthält den Abschnitt derselben, in dem mehrere Punkte vorkommen, über die wir oft gesprochen haben. Besonders bin ich so frei auf das Causal Praeteritum §. 256–265. und meine Ansicht der Verba 10. Cl. Ihre Aufmerksamkeit zu richten.

Sie müssen nicht vor der Masse erschrecken. Ich lasse, meiner Augen wegen, jetzt so groß u. weitläuftig abschreiben, daß das groß scheinende Volumen sich doch auf einige Bogen reducirt.

Wo Sie offenbar Unrichtiges finden, bitte ich Sie inständigst, es gleich daneben auf meinem Aufsatz selbst zu bemerken. Ueber das, worin Meinungs Verschiedenheit erlaubt ist, sagen Sie mir wohl Ihr Urtheil mündlich oder schriftlich.

Leben Sie herzlich wohl! Ihr
H.
5. März, 1829.

|2*–3* vacat|
|4*|
An
Herrn Professor Bopp,
Wohlgeboren.
mit einem Mscpt. in einer Brieftasche.