Wilhelm von Humboldt an Franz Bopp, 23.09.1829

|1*| Es ist mir besonders erfreulich, theuerster Freund, Ihnen meine glückliche Rückunft |sic| aus Gastein anzeigen zu können. Ich hoffe recht bald das Vergnügen zu haben, Sie, wenn ich in die Stadt komme, zu besuchen. Daß mir Ihr Besuch hier zu jeder Zeit angenehm sein würde, brauche ich Ihnen nicht zu versichern; man kann nur Niemand in diesen kurzen und regnigten Herbsttagen auf das Land einladen. Wir essen immer um 2 Uhr. Die letzten Tage dieser Woche aber dürfte ich vielleicht selbst in der Stadt sein.

Ich bitte jetzt recht sehr um die Fortsetzung Ihrer Grammatik. Ich bin jetzt im Besitz von 20 Bogen und drey Tabellen.

Burnous < |Humboldt|  Burnouf >  |Schreiber| wünscht, daß ich das Ministerium  des öffentlichen Unterrichts bewege, einige Exemplare seines neuen Zend-Werkes zu nehmen. Ich habe davon bis jetzt nur ein Heft erhalten in welchem 56 Seiten Text befindlich sind. Ich wünschte zu wissen, ob wirklich bis jetzt nicht mehr erschienen ist, und ob mir Ew. Wohlgebohren nicht einen Prospect  < |Humboldt| Prospectus >  |Schreiber| des Werkes mittheilen könnten. Man muß doch dem Ministerium eine Idee der Sache geben.

Ich habe unterweges Chezy’s  Yajnadattabadha gelesen großentheils um mich in den Bengalischen-Buchstaben zu üben. Ich habe aber, unter uns gesagt, einen recht kleinen Begriff von dem Verfasser durch diese Schrift bekommen.

Ist die Abhandlung des Dr Stenzler schon in Berlin käuflich? ich wünschte sie zu besitzen.

Empfangen Ew. Wohlgebohren die ausgezeichneteste und freundschaftlichste Versicherung meiner Hochachtung
|Humboldt| Humboldt

|Schreiber| Tegel den 23ten September 1829
An Herrn Professor Bopp Wohlgebohren in
Berlin

|2*–3* vacat|

|4*|
An
Herrn Professor Bopp
Wohlgebohren
in
Berlin.