Wilhelm von Humboldt an Franz Bopp, 05.06.1831

|1*| Ich werde am nächsten Donnerstage, den 9t huj. außer meiner gewöhnlichen Reihe in der Akademie lesen, und bin so frei Sie, liebster Freund, zu bitten, gegenwärtig zu sein. Ich trage den Schluß meiner Abhandlung über die Kavisprache vor, und habe da ich der Weitläufigkeit der Sache wegen große Abkürzungen machen muß, das zusammengedrängt, was den eigentlichen Charakter der Sprache ausmacht.[a]

Die Recension von Benary habe ich, ob mir gleich noch der Schluß zu lesen übrig bleibt, mit großem Vergnügen und in einigen Punkten mit Belehrung gelesen. Nur der Ton (nicht der gegen Schlegel , sondern sonst) hat mir nicht ganz gefallen, und nicht überall geschmackvoll geschienen.

Leben Sie herzlich wohl mit hochachtungsvollster Freundschaft
|Humboldt| der Ihrige,
Humboldt
|Schreiber| Tegel den 5.t Juny 1831.

|2*–3* vacat|

|4*|
An
Herrn Professor Bopp
Wohlgeboren
in
Berlin

Fußnoten

    1. a |Editor| Sitzungsprotokoll der Plenumssitzung vom 9. Juni 1831 (BBAW, Archiv, II-V, 12, 86): "Herr W v Humboldt las: über die Cawi Sprache, (Fortsetzung)", in der Reinschrift: "Herr W. v Humboldt las die 2te Abtheilung seiner Abhandlung über die Cavisprache auf der Insel Java.".