Johannes Müller an Wilhelm von Humboldt, 10.11.1831

|200r| Hochgebohrner Herr Baron!

Ew: Excellenz wollen gütigst erlauben Ihnen im Nahmen meines Freundes Gericke , auf Java , beikommendes Ex. seiner eerste gronden der Javaansche taal anzubiethen. Seit dem Jahre 1827 beschäftigt sich Hr Gericke in Surakarta ausschließend mit dem Studium der Javaanschen Sprache, Geschichte u. s. w.

Da derselbe in Auftrag einer hiesigen Bibelgesellschaft, seine Studien dorten betreibt, und eine hohe Königl: Niederländ: Regierung ihm auch in jeder Hinsicht in Erreichung des Zweckes beförderlich ist, so läßt sich wohl mit einiger Zuversicht Vieles von dessen Bemühungen erwarten. Wahrscheinlich besucht Hr Gericke  Baly um sich mit den |200v| Priestern der Buddahreligion in persönlicher Verbindung zu setzen, und sich dadurch das Studium derselben zu erleichtern.

Auf Java hat Hr Gericke sich die Achtung und Liebe der ersten Javanischen Fürsten und Priestern |sic| erworben; solche freundschaftliche Verhältnisse haben es ihm wohl möglich gemacht, tiefer in den Selen der Bewohner Java’s einzudringen, wie je zuvor dorten, durch Europäer, geschehen konnte.

Vielleicht ist es Ew: Excellenz nicht gleichgültig zu wissen, daß Hr Gericke in der Mark Brandenburg gebohren ist, und dessen Familie noch in Berlin ansässig ist.

|201r| Möchten Ew: Excellenz diese Mittheilung nicht ungütig deuten wollen.

Mit der vollkommensten Hochachtung nenne ich mich
Ew: Excellenz!
ganz ergebener Diener
Johannes Müller.
Buchhändler


Amsterdam, 10 Novbr: 1831.

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